Dez 22

6 Jahre lang habe ich mich als Call-Center-Agent aufgeopfert, immer 100% gebracht, Projekte aufgebaut, Leute ausgebildet und teilweise meine Freizeit geopfert. Dann wurde ich krank, relativ oft und in relativ kurzen Abständen. Mal Husten, mal massive Kopfschmerzen über Monate hinweg, dann Tinnitus, Bluthochdruck. Alles war irgendwie schlecht,  zum Ende hin wurde ich auch immer schlecht gelaunter und traurig. Bis ich einen Monat komplett ausfiel.

Warum? Ich wusste es nicht. War dauer müde und dauer traurig. Angefangen hat es an einem Tag wo ich mal wieder nicht richtig schlafen konnte und ich zur arbeit ging. Normaler Alltag im Call-Center, Kunden abgefertigt und neuen angenommen. Ich merkte nur das ich irgendwie sensibler wahr. Ein Kunde hatte eine nachfrage etwas stürmisch gestellt und ich hatte massiv feuchte Augen. Ich entschloss mich zum Arzt zu gehen und was sagte der… erstmal zu Hause bleiben, 2 Wochen. Danach wieder hin. Es hat sich nichts gebessert. Da viel das erste mal das Wort Depression. Ich kenne mich damit nicht aus, hatte zwar schon viele kennengelernt die es waren.

Aber ich? Wieso ich, wieso jetzt. Egal, nach weiteren vier Wochen Arbeitsunfähigkeit und guter Ablenkungen zu Hause ging es mir wieder etwas besser. Ich ging wieder zur Arbeit, arbeite ca. 9h mit guter Laune. Dann sollte es ein Kranken-Rückkehrergespräch geben. Man holte mich nach den 9h auch zu so einem Gespräch ab. Was dann folgte war nur sehr schlecht in Worte zu packen.

Kurzum mir wurde die Kündigung ausgesprochen.

Zack, Tränen da und ich wusste nicht was ich tun soll. Erstmal nach Hause, ich wahr nicht mehr zu gebrauchen. wahr weinerlich, dauernd müde und antriebslos, konnte mich zu nichts aufraffen. Ich hatte damals Bogensport gemacht auch dazu hatte ich keine Lust/ keinen Antrieb. Ich weiß nicht mehr wie lange das war, ich glaube so 2 Monate mindestens. Langsam kämpfte ich mich wieder in das leben zurück, mit Hilfe meiner Frau. Diese Frau war so stark wo ich schwach wahr. Ich liebe sie für jeden Tag an der ich an ihrer Seite sein darf. So langsam kam dann auch das Arbeitsam auf mich zu ich solle mich langsam bewerben.  Ich tat es, mehr aus Routine als aus wirklichem Antrieb.

Der Gerichtsstreit mit meiner Firma um eine Abfindung wahr auch noch nicht ganz verdaut. Nach ein paar Bewerbungen, hatte ich ein Vorstellungsgespräch in Duisburg. ca. 500 km von Dessau entfernt. Mit Fieber so um die 40° C so wie Husten und Schnupfen, den Tag nahm ich nur gedämpft wahr, irgendwann fuhr ich nach Hause und war nach ca. 5h Zugfahrt k.o. Zuhause und schlief wieder über mehrere Tage hinweg mehrer Stunden bis ich ein Anruf bekam. Man wolle mich einstellen, ein Lichtblick! Es sollte auch schon schnell losgehen. ca. 15 Tage hatte ich Zeit. So suchte ich mir eine Wohngelegenheit für den Anfang bis ich eine Wohnung gefunden hatte und los gings. Diese Zeit wahr sehr unstet, nicht nur das die vorübergehende Schlafgelegenheit nur noch zickte und man mich bevormundet, auch zeitlich hatte ich so gut wie wenig Freizeit.

Irgendwann fand ich ein Wohnung und begann mit dem Streichen  mit Hilfe eines Arbeitskollegen. Irgendwann kam dann auch der Umzug von Dessau nach Oberhausen. Meine Frau hatte mittlerweile selber gekündigt, da sie auch nicht mehr bei der Firma arbeiten konnte, da sie massiven Tinnitus hatte. So wohnten wir dann ein Dreivierteljahr in der Wohnung bis meine Krankheitsbild sich wiederholte, ich wurde wieder häufiger wegen Tinnitus und anderen Krankheiten arbeitsunfähig geschrieben, zuletztet auch über Monate hinweg wieder. Natürlich wollte mich die Firma dann auch nicht weiter beschäftigen. Zum Ende des Jahresvertrages wahr ich wieder in ein Loch gefallen. Ich kapselte mich von Arbeitskollegen ab un wollte nur noch meine Ruhe haben. Zu Ärzten hatte ich kein Vertrauen. Das Arbeitsamt macht auch nur Stress und wollte mich so schnell es geht in Call-Center vermitteln. Der Tinnitus wahr nicht messbar somit wahr alles ok und ich sollte normal weiterarbeiten. Kein Schwein verstand mich und ich zweifelte auch schon an meinem Verstand. Ich wahr sogar bei Zahnärzten und mir wurden Zähne gezogen weil man vermutete das der Tinnitus daher kam und natürlich wahr es nicht der Fall.

Ich hab ihn immer noch.  Dazu nun die Depression die mich aktuell wieder lähmt. Ich war bei mehreren Neurologen und Psychiatern und die meisten sagten mir, man könne mir nicht helfen . Die Dosierung meiner Tabletten sei ok und ich solle mich erhohlen. Klar wenn man mich in in eine Job zwingen möchte wo ich kaputt gehe durch den Tinnitus macht das Sinn. Egal man erhöhte sogar die Dosierung aber es hilft nix ich hatte Berg- und Talfahrten. Mal ging es mir gut und am nächsten Tag schlecht.  Zu guter letzt sollte ich zum Hausarzt der Familie meine Frau, wieder Wochen gewahrtet, da er beim ersten Mal nichts machen konnte da ihm die Unterlagen der anderen Ärzte fehlten. Ok, organisiert und dann hieß es, er könne mir auch nicht helfen da ich schon in Behandlung bin. Ich solle mich in ein paar Monaten nochmal melden. In ein Paar Monaten verschlechtert sich meine Situation aber noch mehr. So gute Tipps, wie ich hätte doch nachfragen sollen warum er mich nicht behandelt helfen in einem Loch nicht wirklich. Leider kommt dies von Menschen die nie in meiner Situation waren.

So werde ich mich über die schönsten Tage des Jahres irgendwie retten und wenn ich mehr Zeit für mich finde, mal drüber nachdenken wie ich mir selber helfen kann. Mit guten Tipps kann ich dienen, habe ich genug bekommen.

geschrieben von DasEcki

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